Corona-Virus und Schilddrüse

Stand 15.04.2021

Corona Schutzimpfung - Update

Nach derzeitigem Wissensstand kein erhöhten Risiko bei chronischer Immunthyreoiditis Hashimoto.

Das Nationale Impfgremium hat in seiner aktuellen Priorisierungsgruppe folgende Personengruppen als "Risikogruppe" klassifiziert:

  • Personen mit Demenz oder intellektuelle Behinderungen außerhalb von Betreuungseinrichtungen
  • Personen mit körperlichen Behinderungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 zur Folge haben
  • Adipositas (BMI >30)
  • Chronische Nierenerkrankung
  • Chronische Lebererkrankung
  • Diabetes Mellitus
  • Arrhythmie/Vorhofflimmern
  • HIV-Infektion
  • Koronare Herzkrankheit
  • Herzinsuffizienz
  • Zerebrovaskuläre Erkrankungen/Apoplex und andere chronische neurologische Erkrankungen
  • Autoimmunerkrankungen
  • Chronisch obstruktive Lungenkrankheit
  • Chronische entzündliche Darmerkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • Arterielle Hypertonie
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Asthma bronchiale
  • Psychiatrische Erkrankungen (bipolare Störung, Schizophrenie und schwere Depression)

Viele Schilddrüsenpatienten sind nun verunsichert, ob durch die Schilddrüsenerkrankung ein schwerer Verlauf einer SARS-Cov2 Infektion bzw. eine höheres Ansteckungsrisiko zu erwarten ist.

In einzelnen Bundesländern wie zum Beispiel Wien werden teilweise auch Patienten mit Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse bzw. Zustand nach Schilddrüsenkarzinom bei der Anmeldung zur Corona-Schutzimpfung als Risikopatienten klassifiziert. Laut Auskunft der Ärztekammer für Wien ist nach Rücksprache mit der Impfkoordination zumindest im Bundesland Wien keine ärztliche Bestätigung als Nachweis erforderlich - es genügen andere Nachweise/Befunde/Atteste dieser Erkrankungen.

Die Österreichische Schilddrüsengesellschaft hält hier nochmals fest, dass es nach derzeitigem Wissensstand keinen Hinweis gibt, dass Schilddrüsenerkrankungen zu einem erhöhten Risiko einer SARS-Cov2 Infektion führen bzw. einen schweren Verlauf einer SARS-Cov2 Infektion begünstigen.

Darauf wird auch am 23. April bei der gemeinsamen Jahrestagung der Österreichischen Schilddrüsengesellschaft (OSDG) und der Österreichischen Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechsel (OEGES) in einem wissenschaftlichen Vortrag hingewiesen.

 

Stand: 18.01.2021

Corona Schutzimpfung

Es erreichen uns derzeit häufig Fragen, ob eine COVID Impfung bei Immunerkrankungen der Schilddrüse (Hashimoto Thyreoiditis, Immunthyreopathie Typ Morbus Basedow) oder bei bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse möglich und sinnvoll ist.

Dazu kann die Österreichische Gesellschaft folgende Informationen weitergeben:
Derzeit existieren keine Hinweise, dass Patienten mit einer Autoimmunerkrankung oder einem (behandelten) Schilddrüsenkarzinom nicht geimpft werden sollen.

Auf der Seite des Österreichischen Sozialministeriums sind folgende Informationen erhältlich:
Die bisher verfügbaren Impfstoffe gegen COVID-19 sind nur teilweise bei Personen mit einer Autoimmunerkrankung untersucht. Jedenfalls liegen Daten und Erfahrungen zu folgenden Erkrankungen vor:

• HIV (unter Therapie und mit CD4>500)
• stabilen Autoimmunerkrankungen
• Krebserkrankungen (ohne laufende oder kürzlich Chemotherapie)
• Diabetes mellitus
• kardiovaskulären und chronischen pulmonalen Erkrankungen vor

In all diesen Fällen wurden keine Auffälligkeiten bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit verzeichnet.
https://www.sozialministerium.at/Corona-Schutzimpfung/Corona-Schutzimpfung---Haeufig-gestellte-Fragen.html.
Zugriff 13.1.2021

Die meisten Patienten, bei denen ein Schilddrüsenkarzinom diagnostiziert wurde, sind nach entsprechender Therapie geheilt. Hier unterscheidet sich die Impfempfehlung nicht von der der Normalbevölkerung.

Bei Patienten mit rezidivierendem oder metastasierendem Schilddrüsenkarzinom kann auf die Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie verwiesen werden. Diese Gesellschaft empfiehlt im Allgemeinen die Durchführung einer COVID-19 Schutzimpfung für Patienten mit einer Blut- und Krebserkrankung.Sie bezieht sich auch auf das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie.

https://www.oegho.at/aktuelles/aktuelles/news-detail/empfehlungen-zur-covid-19-schutzimpfung-180/
Zugriff 13.1.2021
https://www.oegho.at/fileadmin/Benutzer/COVID-19_Vakzine_20201216_Final.pdf
Zugriff 13.1.2021.

 

Stand: 25.05.2020

Corona-Virus Problematik Update

Die Situation hat sich erfreulicherweise wieder weitgehend beruhigt. Die von der Regierung festgelegten Massnahmen werden schrittweise zurückgenommen.
Die Schilddrüsenuntersuchungen und Operationen können wieder uneingeschränkt stattfinden. 

Dennoch ist es wichtig die Sicherheitsmassnahmen einzuhalten:

  • Bitte desinfizieren Sie Ihre Hände vor dem Betreten der medizinischen Einrichtung
  • Tragen Sie einen Mund-Nasenschutz
  • Kommen Sie pünktlich zum vereinbarten Termin
  • Kommen Sie alleine, Begleitpersonen nur bei zwingender Notwendigkeit (zB. der Patient selbst ist ein Kind)
  • Sagen Sie den Termin ab, wenn Sie Beschwerden wie Fieber, vermehrt Husten usw. haben

 

Stand: 14.03.2020

Corona-Virus Problematik: Empfehlung der Österreichischen Schilddrüsengesellschaft zum Schutze aller Schilddrüsenpatienten und der österreichischen Bevölkerung

Das seit Anfang Jänner in China und sich nun in Europa rasch verbreitende SARS-CoV2-Virus führt aktuell zu großen Herausforderungen in der Patientenbetreuung.
Zum Schutze der Patienten und Minimierung der Ansteckungsgefahr wird empfohlen, soziale Kontakte, also auch Besuche in Ordinationen, weitgehend zu meiden.
Regelmäßige Routinekontrollen sind bei Schilddrüsenerkrankungen wichtig, können aber in dieser speziellen Situation bei sehr vielen Patienten verschoben werden, ohne dass es dadurch zu einer Gefährdung kommt.
In speziellen Fällen, wie in der Schwangerschaft oder während der Behandlung einer Überfunktion, kann es im Einzelfall auch sinnvoll sein, Blutbefunde an den Schilddrüsenspezialisten zu übermitteln und diese anschließend telefonisch zu besprechen.
Im Zweifelsfall kontaktieren Sie vorab Ihren betreuenden Arzt bezüglich der Dringlichkeit Ihrer anstehenden Untersuchung.
Zur Zeit gibt es keinen Hinweis, dass Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse ein Risikofaktor für eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus COVID-19 sein könnten.